Tooltime: Konzepterstellung

In einer sich entwickelnden Schule werden viele Texte und Konzepte erstellt. Dabei werden möglichst alle mit eingebunden. Dies zu ermöglichen kann jedoch in einem größeren Kollegium organisatorisch aufwendig sein. 

Ich möchte daher in diesem Artikel meine digitale Lösung vorstellen. Dafür habe ich den gesamten Vorgang in Teilschritte zerlegt, für den jeweils eine bestimmten kostenlose Anwendung genutzt wird. Eine Software, die alle Schritte beinhaltet habe ich noch nicht gefunden. 

 

Mindmap

Wir beginnen mit einem ersten Brainstorming und erstellen ein Mindmap. Hierfür kann die Software Mindmup  genutzt werden. Ein Nutzer legt dafür eine Mindmap an. Jeder der den Link dazu bekommt, kann Punkte ergänzen. So kommen die ersten Idee zusammen und unser Konzept bekommt ein Grundgerüst.

Eine zweite schöne Möglichkeit für die Phase des Brainstormings ist Padlet. Dies ist ein online Dienst, bei der wie an einer Pinnwand Texte und Fotos gesammelt werden können. Seit neuestem können diese Sammlungen auch kommentiert werden.

Etherpad

Die so entstandenen Überschriften und Themen werden in einem Etherpad eingetragen und mit weiteren Texten gefüllt.

Ein Etherpad ist ein sehr minimalistisches Schreibprogramm, dass online im Browser benutzt wird. In einem Etherpad können mehrere Nutzer zeitgleich schreiben. Jeder bekommt eine unterschiedliche Schriftfarbe zugeordnet. So kann man unterscheiden, wer etwas geschrieben hat. Wichtig ist, dass jeder seinen Namen eingibt, damit die Veränderung nachverfolgt werden können. In einem Etherpad gibt es einen kleinen Chat. Dort kann ein kurzer Austausch über das Geschriebene stattfinden.

Für diese Phase der Arbeit schlage ich folgende Regeln vor:

  • Bitte immer den Namen eingeben
  • Nichts löschen – nur ergänzen
  • Fragen im Chat stellen und beantworten

Google-Doc

Als letzte Etappe wird das Konzept in ein Google-Doc kopiert. Dort wird das Layout angepasst und die Ergebnisse aus dem Etherpad zusammengeführt.

Hier soll der Text erst einmal nicht verändert, sondern nur kommentiert werden. Die Veränderungen werden dann von dem „Administrator“ vorgenommen.

Konferenz

Wenn dieser Schritt nach einer verabredeten Zeit abgeschlossen ist, ergibt dies eine Grundlage für eine Konferenz, in der das Konzept beschlossen wird. Sind grundlegende Entscheidungsfelder im Laufe der Konzepterstellung entstanden, werde die Abstimmungen in der Konferenz getroffen. Sind alle Unklarheiten aus der Welt geschafft, kann das Konzept beschlossen werden.

Wiki

Damit das Konzept langfristig erhalten bleibt, wird es als letzten Schritt im Wiki eingearbeitet. Es werden Verbindungen zu anderen Teilen der Schulentwicklung gezogen und somit die Nachhaltigkeit gesichert.

Wichtig

Transparenz! Transparenz

Dieser Wege der Konzepterstellung hat viele Vorteile. Es wird viel Zeit gespart. Konferenzen werden entlastet, alle haben die Möglichkeit sich zu beteiligen. Es ist aber natürlich ein neuer und auch ein sehr technischer Weg. Dies benötigt die Vermittlung durch die Schulleitung und Erklärungen, warum der Weg so beschritten wird.

Dazu gehören konkrete Zeitangaben

Wichtig ist, im Vorfeld einen Fahrplan abzustimmen, wann welche Phase abgeschlossen ist und in welcher Konferenz die abschließende Abstimmung stattfindet.

Rollen (Befugnisse)

Auch die Rollen müssen eindeutig verabredet werden.

Es gibt einen Administrator, der den Wechsel von Anwendung zu Anwendung vollzieht. Es gibt Autoren, die den Text bearbeiten dürfen. Eventuell gibt es auch Kommentatoren mit begrenzten Rechten. 

Es ist auch denkbar, dass die ersten beiden Schritte (MindMap und Etherpad) nur von einer kleinen Gruppe durchlaufen werden. Das gesamte Kollegium darf dann das Google-Doc kommentieren.

Um den Vorteil der Anwendungen voll auszuschöpfen ist es wichtig, dass alle Fragen in der Software, in der gerade gearbeitet wird gestellt und beantwortet werden. Es sollten nicht parallel noch E-Mails ausgetauscht werden. Damit würde ein Teil der Autoren ausgeschlossen werden oder wichtige Inhalte werden nicht von allen gelesen.. 

Zielsetzungen

Mit der beschriebenen Vorgehensweise möchte ich folgendes erreichen: 

    • Unabhängigkeit von Ort und Zeit: Jeder kann an dem Text arbeiten wo und wann es gewünscht ist
    • Aktivierung: Jeder kann sich einbringen. In einer Konferenz sind immer nur wenige Wortmeldungen möglich.
    • Entschleunigung: Das Konzept wird nicht unter Stress in einer vorgegeben Zeit in einer Konferenz erstellt. Es ist eher ein Text, der längere Zeit reift und immer wieder betrachtet und kommentiert werden kann. Dadurch gewinnt eine Text deutlich an Qualität
    • Bessere Nutzung von Konferenzzeit: Im Idealfall wird nur noch über über das entstanden Konzept abgestimmt.

 

Ich denke, diese Vorgehensweise ist für Konzepte geeignet, die stark auf vorhandene Bausteine oder Elemente aufbauen. Wenn es sich um grundsätzlich neue Inhalte handelt, kann man sicherlich Teile davon nutzen, die gemeinsame Konferenzzeiten sind jedoch wieder stärker zu nutzen.

Gibt es LeserInnen, die eventuell in eine der oben stehenden Software zur Konzepterstellung genutzt haben? Dann bitte unbedingt kommentieren! Welche Erfahrungen habt ihr gemacht und worauf muss man noch achten? Welche Anregungen habt ihr noch?

 

 

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